Navigation fehlt links? Index nachladen


Hat sich der/die Betreffende verändert?

Wirkt er/sie reizbar, fahrig, angespannt, nervös, innerlich unruhig, fühlt sich dauernd überwacht, schreckhaft, aggressiv,  manchmal ungerecht?

Gibt es Schlafstörungen, schlechte Träume, Nassgeschwitztes Aufwachen?

Gibt es Stimmungsschwankungen, depressives bis aggressives Verhalten, darunter liegende Ängstlichkeit?

Treten vermehrt Minderwertigkeitskomplexe auf oder wird das Auftreten großspurig und überheblich, um Minderwertigkeitsgefühle zu überdecken?

Lässt scheinbar das Gedächtnis und die Merkfähigkeit nach oder die Konzentrationsfähigkeit, klappt es manchmal mit dem logischen Denken nicht mehr so recht?

Keine Lust mehr auf Kontakte mit Familie, mit Freunden? Heißt es immer öfter "ich will meine Ruhe haben"?

Oder gibt es da die Überempfindlichkeit, leichte Kränkbarkeit, Selbstmitleid, oder Misstrauen wegen Nichtigkeiten?

Manchmal findet sich auch große Rührseligkeit, überbereitwillig wird alles getan oder versprochen, um bloß keine Diskussionsgrundlage zu bieten - oder es werden Ausweichmanöver getätigt um weder ja noch nein sagen zu müssen?

Unter Umständen wird ein übertriebenes "kumpelhaftes Verhalten" an den Tag gelegt und eine hohe Beeinflussbarkeit verbunden mit Neigung zu Anbiederung entsteht?

Ist der Humor inzwischen seltsam abgeflacht, alles ist nicht wichtig genug, um sich damit zu befassen, für nichts wird wirkliches Interesse gezeigt?Nach oben

Wird immer geschickt abgelenkt, wenn ein unangenehmes Thema aufkommt, wenn sich möglicherweise das Gespräch auf Dinge richtet, die auch nur vage etwas mit Alkohol zu tun haben könnten? Überhaupt werden Unannehmlichkeiten einfach übergangen, Probleme nicht als solche erkannt und Fehlverhalten bagatellisiert - wenn möglich, die Schuld auf andere/s geschoben, jedenfalls alles getan, um sich keinen Misserfolg eingestehen zu müssen?

Und diese Wut, diese Entrüstung, wenn man selbst oder jemand anderes eine Anspielung wegen des Alkoholkonsums macht? Gleichzeitig wird krampfhaft vermieden, über Alkohol zu sprechen.

Mehr und mehr wird Einsamkeit der Geselligkeit vorgezogen, es gibt keine Hobbys mehr, oder es gibt sie noch um damit den Alkoholkonsum zu kaschieren (Modelleisenbahn im Keller). Die Partnerbeziehung betrifft dieses Verhalten ebenso wie die "guten alten Freunde".

Manchmal wird der Arbeitsplatz häufig gewechselt, unter Umständen sogar die Wohnung. Flaschenlager werden angelegt und heimlich Leergut entsorgt. Die Erfindungsgabe bezüglich Versteckmöglichkeiten von Flaschen grenzt häufig an Genie.

Erste Anzeichen von mangelnder Hygiene treten zutage - Interesselosigkeit auch hierbei.

Der Mensch, den es früher gegeben hat, gibt es nicht mehr, oder er ist nur noch in Resten vorhanden. Unmerklich haben, meist über Jahre, viele Veränderungen stattgefunden, die einem eigentlich erst auffallen, wenn man sich die Entwicklung der vergangenen Monate einmal als Resümee vor Augen führt.

Haben einige der oben genannten Dinge auch jenen Menschen verändert, um den Sie sich Sorgen machen? Nach oben

Das ist schlimm mit anzusehen und nichts dagegen tun zu können. Sicher haben sie bemerkt, dass der/die Betroffene selbst mit diesen Tatsachen zu konfrontieren, nichts nutzt. Es gibt eine Reihe von Gründen dafür, dass an diesem Verhalten in der Regel nicht einmal willentlich etwas verändert werden kann. Hauptgründe für verändertes Verhalten sind oft Schamgefühl und als körperliche Ursache Störungen des Zentralnervensystems

Nach Eintritt der Abstinenz verschwinden diese Verhaltensweisen meist ganz von selbst - die Schädigung darf nur nicht zu weit fortgeschritten sein und nicht zu lange angedauert haben. Dass eine Rückentwicklung nicht möglich ist, geschieht nur ganz selten. Das Schamgefühl ist ja dann nicht mehr erforderlich und fast alle Schädigungen, die durch die Dauervergiftung entstehen, "reparieren sich" nach der Entgiftung von selbst. Die Chance, "ganz der/die Alte" zu werden ist sehr groß. Und häufig wird ein noch wertvollerer Mensch aus dem Häufchen Unglück entstehen, als Sie es sich jetzt träumen lassen.

Machen Sie sich also darüber einstweilen keine Sorgen mehr - es kann wieder so werden wie früher.

Fazit

Wenn einige dieser Veränderungen zu verzeichnen sind, ist die Sucht in jedem Fall schon seit geraumer Zeit, vermutlich schon seit Jahren, im Verborgenen aktiv. Tagtäglich werden sie pausenlos mit dem Suchtverhalten konfrontiert, das nach und nach immer weitere Kreise zieht, die Familie und alle zwischenmenschlichen Beziehungen belastet und einen Fremden  aus Ihrem ehemals so vertrauten und geliebten Menschen zu machen droht. Sie selbst müssen abwägen, wie weit die Sucht schon Besitz von diesem Menschen ergriffen hat und erkennen lernen, wohin dieser Weg führt.

Wenn Sie einige der Verhaltensweisen wieder erkannt haben, so ist das möglicherweise ein Grund bald zu handeln.

 

Ein Thema, über man meist schweigt, gilt es aber auch noch zu betrachten - 

das werden wir auf der nächsten Seite versuchen...

© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)

Stand: 25. Oktober 2008