Navigation fehlt links? Index nachladen


Wo stehen wir eigentlich?

Ist es schon so weit gekommen?

 

Die chronische Phase

 

Die Endphase des Alkoholismus ist gekennzeichnet durch

tagelange Vollräusche

in denen sich der betroffene Mensch wieder findet. Immer häufiger ist er derart sturzbetrunken, dass er nichts mehr unternehmen kann. 

Moralische und ethische Werte werden aufgegeben

für den Alkohol oder die benötigten Medikamente wird alles getan, stehlen, lügen und betrügen.

Das Denkvermögen nimmt ab.

Erst nach langer Zeit der Abstinenz kann es wieder hergestellt werden - manchmal auch nie wieder.

Regelrechte Geistesstörungen können auftreten.

Auffassungs- und Aufmerksamkeitsstörungen sind die geringsten Beeinträchtigungen, die Bewegungen werden verlangsamt, heftige Gefühlsschwankungen führen zu Ausbrüchen, echte Psychosen treten auf.

Abrutschen ins "Milieu"

ist vorprogrammiert - Wertmaßstäbe gelten nichts mehr und Unterhaltungen, bzw. Verständigung, ist nur mit Gleichgesinnten ebenso Kranken möglich.

Die Alkoholtoleranz nimmt wieder ab.

Schon kleine Mengen führen zu schlimmsten Rauschzuständen.

Angstneurosen werden Dauerzustand.

Teilweise sind diese Ängste sogar organisch bedingt - das gesamte Nervensystem ist geschädigt. Der betroffene Mensch ist ja ununterbrochen hochgradig vergiftet.

Ständige Entzugserscheinungen

müssen ständig bekämpft werden: erhebliches Dauerzittern und das Versagen in der Feinbewegung der Hände erschwert ständig das Leben. Ohne Alkohol kann zum Beispiel keine Tasse, kein Stift, kein Löffel,  gehalten werden. So viel, wie man braucht, kann man gar nicht trinken - ein Horror!

Gegessen wird schon lange nichts mehr.

Ekel beim Geruch oder Anblick von Speisen verhindert dies wirkungsvoll. Hunger kommt nicht mehr auf. Körperliche Folgen davon sind unübersehbar.

Bei manchen Menschen entwickeln sich religiöse Wahnvorstellungen.

 

Selbstmordversuche und totale Zusammenbrüche bei schwersten Depressionen sind häufig.

 

Krampfanfälle schütteln den Betroffenen bis in die stunden- oder tagelange Bewusstlosigkeit.

 

Das Delirium tremens beginnt oft unvermittelt.

 

Jetzt erst kann dieser nur noch dahinvegetierende Mensch zugeben, dass er am Ende ist.

Jetzt möchte er Hilfe.

Man kann nur hoffen, dass jemand ihn so findet.

 

Fazit

Aus diesem Stadium heraus in eine Klinik zu kommen ist eine hervorragende Möglichkeit, aus diesem Suchtkreislauf zu entfliehen. Wer dieses Martyrium überstanden hat, ist oft erst in der Lage zu erkenne, was der Alkohol angerichtet hat. Diese Höllenqualen möchte in der Regel niemand noch einmal aushalten und die Chancen für eine freiwillig angestrebte Abstinenz sind gut. 

Viele suchtkranken Menschen müssen erst ganz unten sein - sie brauchen den totalen Absturz, um sich helfen zu lassen

Sie brauchen also keineswegs verzweifeln, wenn es schon "so weit gekommen ist" - die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich jetzt endlich alles zum Guten wendet. 

 

Aber: die Krampfanfälle und Delirien sind hochgradig lebensgefährlich. 

Versuchen Sie NICHT, durch Zwangsentzug die Sache zu beschleunigen. 

Bis ein Arzt eingreifen kann, MUSS der Betroffene Weitertrinken!

 

Trotzdem hoffen wir, dass Sie den "Patienten" vor diesem Horrortrip bewahren können.

© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)

Stand: 25. Oktober 2008