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Wo stehen wir eigentlich?
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Die Kritische Phase Jetzt ist es so weit - der gefürchtete Kontrollverlust tritt ein. Sobald auch nur geringste Mengen von Alkohol in den Körper gelangen, wird ein geradezu körperlicher Bedarf nach "mehr" ausgelöst. Der Mensch kann nicht mehr aufhören zu trinken, bis er absolut "voll" ist. Die Sucht (das "ich- kann- es- nicht- mehr- lassen") an sich ist schon schlimm genug, und hinzu kommt nun auch noch der Ausfall der willentlichen Steuerung der Menge (das "ich- kann- nicht- mehr- bremsen"). Der Kontrollverlust wirkt erst nach dem Beginn des Trinkens.
Erklärungsversuche für das Trinken beginnen
- der Mensch möchte für sich und die anderen erklären, dass er nicht wirklich
die Kontrolle verloren hat.
Vorgetäuschte Selbstsicherheit soll die eigentliche Unsicherheit verbergen - also wird oft großspurig und auch verschwenderisch aufgetreten. Seht alle her, heißt das, mir geht es großartig. Einsame Wölfe und selbsternannte Rambo´s oder Clint Eastwood´s brauchen nichts und niemand - sie kommen mit sich allein am besten klar. Natürlich bestehen jetzt ununterbrochen Zweifel am Selbstwert und andauerndes Schuldgefühl - denn die Angehörigen leiden sichtlich. Dieser Kreislauf aus Zerknirschung, Auflehnung gegen die Sucht, Aggressivität, Nachschubsicherstellung, Versprechungen, Erklärungen, und den vergeblichen Versuchen immer wieder Phasen völliger Abstinenz auszuhalten, gefolgt von haltlosen Abstürzen, und gleichzeitig dem Gefühl der pausenlosen ungerechten Behandlung, dem dauernden "angegriffen sein", führen zu immer mehr Belastung und immer mehr Stress. Dieser Druck kann nur mit Alkohol oder Medikamenten bekämpft werden, genau so wie es damals anfing. Schließlich und endlich ergeben diese Stressfaktoren auf der anderen Seite aber auch alle einen soliden Grund, wieder einmal "einen zu trinken". In dieser Phase wird in der Regel von allein kontrolliertes Trinken ausprobiert. Durch Aufstellen von Trinkregeln wird ein erneuter Versuch gestartet, sich unter Kontrolle zu bringen. Kaum jemand kann mit diesen auferlegten Regeln über einen längeren Zeitraum existieren, es ist in jedem Fall eine endlose Quälerei. Und am Ende der Wegstrecke steht oft, eben durch jenen oben zitierten Kontrollverlust, exzesshaftes Trinken - ungebremst und unaufhaltsam, manchmal bis zum Tode.
Scheidungswillen der Partner kann man nur als Bösartigkeit auslegen, der Sexualtrieb erlischt nach und nach, aber eine abweisende Haltung bei sexuellen Annäherungsversuchen wegen der unerträglichen "Fahne" wird unter Umständen als Hinweis auf dessen Fremdgehen verstanden - eine besondere Form von Eifersucht entsteht: der alkoholische Eifersuchtswahn. Jetzt werden immer öfter auch morgens ein paar Schlucke (oder ein paar Tabletten) nötig sein, um den Tag halbwegs ertragen zu können und um halbwegs zu "funktionieren". Schließlich kann kein Tag mehr ohne morgendliches Trinken, meist noch im Bett, begonnen werden .Alles dreht sich um die Nachschubbeschaffung, Alkohol muss jederzeit in Griffnähe sein, Essen wird unwichtig und erste körperliche Folgen des Alkoholkonsums zeigen sich. |
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Fazit Das ist zumeist die Phase in der Hilfe gesucht wird, weil unübersehbar ist, dass man das Leben so nicht weiterführen kann und es in einer Katastrophe enden wird, wenn nichts geschieht. Selten finden Betroffene von selbst aus diesem Dilemma - Hilfe von außen ist nötig. Wenn Sie sehen, dass der Mensch, um den Sie sich Sorgen machen, irgendwo in dieser Phase festzustecken scheint, holen Sie sich bitte Hilfe und vielleicht auch Anweisungen, wie Sie hier richtig helfen können. Ohne kompetente Hilfe verlieren Sie möglicherweise eine Menge Zeit, in der tief greifende körperliche Schäden entstehen können. Und der Kranke leidet noch länger.
Wenn nichts getan wird, kann es noch schlimmer kommen
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© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)
Stand: 25. Oktober 2008