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Wachmacher Psychostimulantien, Psychotonika, Psychoenergetika
Das bekannteste Mittel zum Zwecke der zentralen Anregung ist der Kaffee - und auch Kaffee macht abhängig. Wussten Sie, dass "Entzug" von Kaffee Kopfschmerzen macht? Es werden nicht mehr viel Psychostimulantien verschrieben, denn die Nebenwirkungen sind erheblich und der Effekt scheint nicht nachweisbar zu sein - in Test waren die Probanden keineswegs leistungs- und konzentrationsstärker. Und das Schlafbedürfnis kommt doch nach, nur später. Die Substanz Ephedrin und verschiedene Amphetamine funktionieren alle nach dem bereits zitierten gleichen Wirkmechanismus: dem Körper wird eine Schreck- bzw. Fluchtsituation vorgegaukelt und deshalb fühlt man sich hellwach und aufmerksam. Wie bei einer Reihe von Appetitzüglern vermindert sich das Hungergefühl, der Blutdruck steigt und die Verdauung wird heruntergefahren. Nach so einer stressigen Aufregung reagiert der Körper natürlich hinterher besonders abgespannt und kaputt - man neigt dazu, sich wieder einen "Wachmacher" zu genehmigen. Ist man in den Suchtkreislauf geraten, kann ein aufmerksamer Beobachter relativ leicht feststellen, dass etwas nicht stimmt: - man sieht die Pupillenerweiterung und bemerkt häufige Stimmungsschwankungen. Die blasse Gesichtsfarbe fällt auf und eine motorische Unruhe ist kaum zu übersehen. Die Betroffenen wirken überdreht, fahrig und hektisch und sind dann plötzlich wieder sehr depressiv. Zu den Partydrogen, die diese Wirkung in hohem Maße haben, werden noch aufputschende "Energie- Drinks" getrunken - der Körper braucht Tage, um diesen extremen Pusch wieder auf normal zurückzufahren. Auch einige frei verkäufliche Wachmacher enthalten Koffein - was einen schon allein dazu veranlassen sollte, lieber zu Kaffee zu greifen - das ist erheblich billiger.
Was also tun, wenn man abgespannt ist? Zwei Tassen Kaffee, oder auch mal drei, oder ebensoviel Cola ist sicher kein Problem - etwa wenn man Nachtdienst durchhalten will oder ausgerechnet heute eine Klausur schreiben muss. Das aber darf schon kein Dauerzustand werden, denn die Menge wird schnell immer größer. Zu aufputschenden Tabletten zu greifen bringt aber bald einen verhängnisvollen Kreislauf in gang: der Schlaf kann nicht nachgeholt werden, weil die Tabletten zu lange wirken, dann bald nicht mehr richtig wirken und die Dosis erhöht wird Unter Umständen wird nun auch noch zum Schlafmittel gegriffen oder Alkohol als Müdemacher eingesetzt. Alle Entspannungstechniken können hier zum Einsatz kommen, eine gesunde Ernährung ein Weiteres dazu beitragen, dass man durch seine strapazierte Verdauung weitere Schlafstörungen hat. Zum Schlafen sollte der Darm nicht frisch gefüllt sein - er muss in dieser Zeit auch ruhen. Außerdem bilden sich in der Zeit, in denen der Darm seine Tätigkeit einstellt, schnell Faulgase und Fuselalkohole, die üble Schwierigkeiten machen können. Ein kurzer Spaziergang, ein warmes Bad, Kräutertee mit Honig, leise Musik - machen Sie es sich ein wenig schön, dann brauchen Sie kein Schlafmittel. Geben Sie Ihrem Körper eine Chance - er holt sich dann nach einiger Zeit den Schlaf, den er braucht, nur nicht ungeduldig werden. Jeder, der bei dieser Aufzählung der natürlichen Möglichkeiten schon ungeduldig und ärgerlich wird, sollte seinen Umgang mit aufputschenden Mittel einmal gründlich durchdenken.
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© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)
Stand: 25. Oktober 2008