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Schnupfenmittel

Grippemittel

Leider ist  Schnupfen eine Sache, die uns alle mehr oder weniger häufig erwischt. Zu unterscheiden ist hier zwischen einem "normalen" Schnupfen - einer Erkältung, ausgelöst durch ein Virus - und dem allergischen Schnupfen - ausgelöst durch eine Überreaktion des Immunsystems - jedoch sind beide Sorten für den "Schnupfenbesitzer" in ihren Erscheinungen völlig gleich. Die Mittel, die man gegen eine Erkältung kaufen kann, sind allen hinlänglich bekannt:

 

Nasentropfen/Spray

sollen in erster Linie die geschwollene Nasenschleimhaut beruhigen, die Nase wieder frei machen und wenn möglich, das Naselaufen bremsen. Bei einer Erkältung funktioniert dies meist - die Gefäße in der Schleimhaut verengen sich relativ rasch auf das Einsprühen hin. Allerdings wird nach Abklingen der Wirkung - etwa nach 7 Stunden - die Schleimhaut um so stärker durchblutet, und schwillt unter Umständen schlimmer an, als vorher. Neu gesprüht - und alles beginnt von vorn. An diese Stoffe gewöhnst sich die Schleimhaut der Nase und dadurch werden mehr Sprühstöße nötig. Die Schleimhaut geht langsam kaputt, Borken bilden sich und die Nase wird trocken. Am Ende ist die Schleimhaut ständig entzündet - chronisch geworden - und dadurch ist Dauerschnupfen entstanden - einmal ganz abgesehen davon, dass manche Menschen mit Unruhe, Herzrasen und Schlaflosigkeit darauf reagieren können. Für Baby´s und Kleinkinder können Nasentropfen deswegen lebensgefährlich werden.

Bei Nasentropfen/Spray speziell gegen Allergien (Antihistaminika) wird die Ausschüttung des verursachenden Histamins blockiert und dadurch das Jucken und Beißen in der Nase gebremst. Diese Mittel werden vorbeugend, also schon bevor eine allergische Reaktion eintritt benutzt und sollen regelmäßig eingesprüht werden. Nur dann können sie ihre Wirkung entfalten und machen nicht abhängig, denn sie schädigen die Nasenschleimhaut nicht.

 

Tabletten oder Saft

können viel schneller die oben beschriebenen allgemeinen körperlichen Nebenwirkungen haben, denn sie wirken außer an den strategisch wichtigen Erkältungspunkten überall im Körper - das ist eigentlich völlig unsinnig. Dafür sind die möglichen Nebenwirkungen erheblich. Zum Teil sind auch erhebliche Mengen Alkohol in den flüssigen Mitteln enthalten - bei trockenen Alkoholikern ein echtes Problem.

Die normalen Schmerzmittel Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen als Einzelpräparate können auch hier gegen die Kopf- und Gliederschmerzen Anwendung finden. In normalen Dosierungen nach dem Beipackzettel machen sie nur sehr selten Nebenwirkungen. Wenn Sie diese Einzelpräparate, in denen kein weiterer Stoff enthalten ist, kaufen, kommen Sie in der Regel erheblich preisgünstiger davon, als wenn Sie Kombi-Präparate kaufen. Sehen Sie mal nach - in den meisten Grippemittel sind genau diese Stoffe enthalten, kombiniert mit anderen, meist nutzlosen, Beifügungen. Diese Zusatzstoffe haben aber ein Gewöhnungspotential: es gibt anregende Stoffe wie Koffein oder Phenylpropanolamin und Ephedrin, die den Eindruck erwecken, man sei wacher und fühle sich besser. Aber der Blutdruck steigt auch an, das kann für Menschen mit Bluthochdruck gefährlich werden. Wenn Sie verschleimt sind, so sorgen andere Sekretionshemmende Stoffe für die Verdickung des Sekrets - ein Stau des Schleims, der eigentlich dringend aus dem Körper heraus müsste, ist die Folge. Bakterien fühlen sich prima aufgehoben in einer solchen Bronchie und danken es Ihnen mit reichlicher Vermehrung. Oft sind Schlafmittel für die Nachtpräparate beigefügt, die zu einer Art Betäubungsschlaf führen. Man fühlt sich aber eher müde und kaputt. Dagegen nimmt man dann morgens das aufputschende Tagesmittel. Hustenblocker sind ebenfalls häufig enthalten, was zu den bereits erwähnten Sekretstaus führen kann und unter Umständen in einer Lungenentzündung endet.

Dieser ganze Chemie-Cocktail wird zu einer gefährlichen Mischung durch die Beifügung eines höheren Anteiles Alkohol - und dass man keine Medikamente zusammen mit Alkohol einnehmen soll, weiß ja inzwischen jedes Kind. 

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Was tun?

  • Nasentropfen möglichst nur vorübergehend für wenige Tage und dann nur für die Nacht benutzen. Kinder überhaupt nicht mit solchen Mitteln behandeln. Feuchte Dämpfe, einreiben mit ätherischen Ölen und Salben (Vorsicht bei Kindern mit Kampferhaltigen Salben!) viel trinken, vor allem Kräutertees. Wenn die Nase immer zu ist, versuchen Sie es doch mit leichter Kochsalzlösung - die Nase läuft mehr, aber genau das hilft, damit sie nicht austrocknet.

  • Sie wissen ja - ein Schnupfen dauert eine Woche - mit Medikamenten 7 Tage (oder wenn Sie Pech haben, länger). Gönnen Sie sich etwas Ruhe und in einer Woche geht es wieder besser.

  • Tun Sie mehr für Ihr Immunsystem - gesund essen und trinken, wenig hetzen, passend anziehen, heiße Fußbäder, ruhig mal ins Bett und schwitzen mit Lindenblütentee, eventuell mal wieder Sauna?

  • Wenn es ohne Schmerzmittel nicht geht - bitte wählen Sie die preisgünstigere Mono-Präparat-Variante. Unterdrücken Sie nicht zusätzlich Fieber - die Schmerzmittel tun das schon von allein. Wenn Sie plötzlich trotzdem hohes Fieber bekommen, fragen Sie den Arzt - vielleicht haben Sie eine asiatische Grippe erwischt - und die kann gefährlich werden.

© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)

Stand: 25. Oktober 2008