Navigation fehlt links? Index nachladen
Schmerzmittel
Migränemittel
|
Schmerzmittel (Analgetika) werden von allen Mitteln am häufigsten verschrieben und auch als freiverkäufliche Mittel in den Apotheken am meisten verkauft, denn viele Erkrankungen, und sei es nur eine Erkältung, gehen mit Schmerzen einher. Außerdem gibt es reine Schmerzerkrankungen - zum Beispiel die Migräne.
Es gibt zwei verschiedene Gruppen von Schmerzmitteln
Dies sind die starken Schmerzmittel, die bei Erkrankungen verordnet werden, die Dauerschmerzen mit sich bringen: zum Beispiel bei Tumorerkrankungen, fortgeschrittener Osteoporose oder Unfallverletzungen. Diese Mittel wirken im zentralen Nervensystem - im Rückenmark und im Stammhirn werden Schmerzweiterleitungen blockiert. Zentral wirksame Analgetika haben eine Reihe an Nebenwirkungen. Wer diese Medikamente verordnet erhält, hat meist keine Alternative - eine andere Möglichkeit der Schmerzunterdrückung gibt es nicht. Allerdings ist die Suchtgefahr nicht hoch, denn es wird genau dosiert ohne dass es zu euphorischen Zuständen kommt. In der Regel haben Patienten mit Dauer-Medikation kein Suchtproblem, zumal sie unter ärztlicher Kontrolle stehen. Ein Opiat ist zum Beispiel Heroin. Abhängige werden auch immer versuchen, an Rezepte für Opiate zu kommen. Es wird gestohlen und gefälscht. Eine Möglichkeit der Ersatzbeschaffung sind Codein-Präparate, denn Codein wird im Körper zum Teil in Morphin verwandelt. Heutzutage ist jedoch eher ein allseits bekannter Ersatz-Stoff das Methadon - eine örtlich umstrittene Möglichkeit, bei dem Ärzte Süchtige durch Verordnung dieses Suchtstoffes wenigsten aus dem Kreislauf der Beschaffungskriminalität herausnehmen. Zum Teil können Abhängige dann erstmals auf das "Anschaffen" verzichten, was mit Sicherheit auch zur Verminderung des AIDS- Risiko´s führt.
sind der Hauptanteil der Schmerzmittel, die "Otto-Normalverbraucher" in der Apotheke holen kann. Diese Mittel machen so lange keine Suchtprobleme, als man Mono-Präparate kauft - also Mittel, die nur einen Wirkstoff enthalten. Die Mono-Präparate haben fast alle zusätzlich die Eigenschaft, fiebersenkend und entzündungshemmend zu sein, denn sie wirken nicht im Zentralnervensystem sondern überall im Körper, wo auch Schmerzen entstehen können. Im Körper werden an den betroffenen Stellen im Körper Stoffe ausgeschüttet (Prostaglandine) die Schmerzen signalisieren, die dann entlang der Nerven zum Zentralnervensystem geleitet werden, und dort erst die eigentliche Empfindung "Schmerz" auslösen. Die Schmerzmittel hemmen die Ausschüttung von Prostaglandinen. In vielen Präparaten findet sich Koffein als Zusatzstoff - unterschätzen Sie diese Mittel bitte nicht. Das Koffein putscht leicht auf und gerade diese Wirkung lässt den Käufer dieser Präparate immer wieder auf dieses bestimmte Präparat zurückgreifen, es fühlt sich nämlich so an, als ginge es gesundheitlich erheblich besser als nach der Einnahme von Monopräparaten. Leider führt gerade das Koffein nach einiger Zeit der Anwendung zu Dauerkopfschmerz, was natürlich dazu führt, erneut ein Kopfschmerzmittel einzunehmen.
sind im Normalfall auch nichtopioide Mittel, die aber frühzeitig - bei den ersten Anzeichen - in ausreichender Dosierung genommen werden sollten. Wenn Sie Paracetamol nehmen, dann nehmen Sie gleich 1,0 g. Und wenn Sie Acetylsalicylsäure nehmen, dann nehmen Sie bitte 1,o oder wenn das nicht genug ist, auch 1,5g ein. Wichtig ist der frühe Beginn. Wenn die Schmerzen erst einmal stark geworden sind, gibt es meist kein Halten mehr. Achten Sie auch hier auf koffeinfreie Präparate. Wenn Sie vom Arzt ein Kombi-Präparat verordnet bekommen haben, in dem Ergotamin (ein Mutterkornalkaloid) enthalten ist, achten Sie bitte darauf, dieses Mittel nicht mehr als viermal hintereinander einzunehmen. Dann muss eine Pause von mindestens vier Tagen eingelegt werden. Achten Sie darauf, ob sich Dauerkopfschmerz einstellt. Stellen Sie dann bitte fest, ob Sie die Menge von 10 bis 12 Milligramm in einer Woche ( ! ) überschritten haben. Andere Beimischungen in Migränemitteln werden als sinnlos angesehen.
Wozu sind Schmerzen gut? Schmerz ist ein natürliches Warnsignal - wenn etwas weh tut, soll man es schonen. Wenn das Kniegelenk schmerzt, sollte man weder Fußball spielen, noch Treppen steigen. Wenn der Kopf schmerzt und Licht in den Augen weh tut, sollte man die Augen schließen und ruhen. Wenn der Rücken schmerzt sollte man keine Getränkekisten schleppen, sondern sich setzen oder gar hinlegen. Wenn die Blasen an den Füssen aufgehen und schmerzen, sollte man nicht schon wieder so viel laufen. Wenn die Zähne schmerzen, sollte man zum Zahnarzt gehen!!! Wenn der Magen schmerzt, sollte man nicht gerade Pommes und anschließend Sahnetorte essen. Aber - mal ehrlich - wer von uns hält sich immer an diese Körper-Regeln? Wenn der Kopf schmerzt, muss man trotzdem ins Büro oder die Kinder baden. Wenn die Knie wehtun, muss trotzdem der Einkauf mit den Dosen und Kartoffeln heimgebracht werden. Wenn der Rücken schmerzt, muss Oma trotzdem gewaschen werden, Wenn die Zähne schmerzen, hat man trotzdem Angst vor dem Bohren oder Ziehen. Wenn der Magen schmerzt, müssen wir trotzdem in der Kantine essen. Wenn die Füße schmerzen, müssen wir trotzdem hinter dem Ladentisch stehen. Wir sind unvernünftig, manchmal feige, gelegentlich zu faul und auch zeitlich eingeschränkt, um das Richtige zu tun. Da liegt es nahe, mit einem Medikament etwas gegen den Schmerz zu unternehmen. Die Verlockung, sich das Leben wenigstens etwas leichter zu machen, ist relativ groß. Aber um welchen Preis? Wie wird das Gelenk, der Magen, der Rücken, der ganze Körper darauf reagieren, wenn er ständig überlastet wird? Denn nichts anderes passiert, wenn das eigentlich entzündete Gelenk normalen Belastungen ausgesetzt ist, weil wir wegen des Schmerzmittels nichts mehr von der Entzündung merken.
Was tun?
|
© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)
Stand: 25. Oktober 2008