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Harntreibende Mittel (Diuretika)
Leider weiden harntreibende Mittel aus falsch verstandener Logik gern zum Abnehmen eingesetzt - wenn eine ziemliche Menge Wasser aus dem Körper ausgeschieden worden ist, bringt man natürlich das entsprechend geringere Gewicht auf die Waage. Leider ist die Freude nur von kurzer Dauer, denn was die solchermaßen angetriebenen Nieren aus dem Blut an Wasser ausgefiltert haben, wird so schnell als möglich wieder dorthin zurückgeholt, wo es ja auch hingehört. Der Blutdruck fällt zudem, unter Umständen auf unangenehme Tiefe wenn man sowieso zu niedrigem Blutdruck neigt, denn Diuretika werden bei Bluthochdruck für genau diesen Zweck eingesetzt.
Bei allen Wirkstoffen auf diesem Gebiet findet sich ein gemeinsamer Nenner: sie verursachen mehr oder weniger Verluste an Natrium, Kalium, Magnesium und Chlorid. Kalium ist ein wichtiger Stoff, der bei der Harzaktion benötigt wird - ein zu Wenig davon verursacht Herzrhythmusstörungen, und die können zuweilen sehr heftig sein (genau wie bei Durchfall zum Beispiel). Wenn dieser Umstand zusammen mit der Einnahme von Digitalis- Präparaten trifft, kann es lebensgefährlich werden. Eine genaue Einstellung sollte hier der Arzt vornehmen - also nie Diuretika ohne ärztliche Verschreibung einnehmen.
Wenn das Blut durch den Wasserentzug "dickflüssiger" geworden ist, droht die Gefahr einer Thrombose - möglicherweise eines Schlaganfalles (Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme einer Anti-Baby-Pille). Weniger Blut hat Transportprobleme von Nährstoffen und Sauerstoff zur Folge - im Kopf wird die Versorgungslage schwierig - Kopfschmerz und Schwindel treten auf, ganz abgesehen von der üblichen Schlappheit und den möglichen Wadenkrämpfen. Bei Menschen, die sowieso nicht genug trinken, droht rasch Austrocknung, ohne das man das selbst merkt. Einige Wirkstoffe funktionieren ähnlich wie Hormone und verursachen ebenso wie diese Menstruationsstörungen, verstärkte Behaarung und das bekannte Spannungsgefühl in der Brust.
Was tun? Es gibt keinen Grund für die Einnahme von Diuretika ohne ärztliche Anweisung - etwa weil von Oma noch eine Schachtel im Schrank ist. Wassereinlagerungen in den Beinen oder in anderen Körperteilen sind immer die Folge von Erkrankungen und sollten daher nach vorheriger Untersuchung vom Arzt behandelt werden. Versuchen Sie es nicht auf eigene Faust, das kann gefährlich werden. Abnehmen kann man mit harntreibenden Mittel definitiv nicht - dazu muss man Fett abbauen - nicht Wasser. |
© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)
Stand: 25. Oktober 2008