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Appetitzügler
Über Diäten und Schlankheitskuren ist schon alles geschrieben, was man nur schreiben kann. Wir wollen uns hier nicht noch ein weiteres Mal über Sinn und Unsinn solcher Diäten auslassen. Wir wollen uns ausschließlich mit den Pillen beschäftigen, die abnehmen helfen sollen, in dem sie den Hunger bremsen. Es ist verständlich, wenn Menschen, die sich zum X-ten Mal monatelang damit herumgeplagt haben, abzunehmen, um dann zu erleben, dass sie ruck- zuck alles und mehr wieder auf den Hüften haben, voller Verzweiflung zu Medikamenten greifen - zumal alle Appetitzügler verschreibungspflichtig sind. In nicht wenigen Fällen ist Gewicht abnehmen auch aus gesundheitlichen Gründen erforderlich und man versucht ohne den bekannten Jo- Jo- Effekt unter Medikamenteneinnahme einen neuen Versuch.
Die Hauptinhaltsstoffe der Appetitzügler sind verschiedene Amphetamine und deren Abkömmlinge. Amphetamine sind als Dopingmittel in die Schlagzeilen gekommen. Diese Mittel erzeugen im Zentralnervensystem einen Zustand wie in einer Flucht- oder Stresssituation: der Körper schüttet Adrenalin und Noradrenalin aus und von diesen Stoffen wird eine Kaskade von körpereigenen Hormonen aktiviert und ausgeschüttet. Der ganze Körper ist jetzt hochaufmerksam - wie der Panther vor dem Sprung. Das Herz schlägt schneller, der Mensch ist hellwach und angespannt, alle Muskeln sind auf Reaktion vorbereitet. In dieser vermeintlichen Fluchtsituation werden Funktionen des Magen-Darm-Traktes auf Sparflamme gefahren - der Hunger fällt wegen Anspannung aus und Müdigkeit kommt ebenfalls nicht auf. Natürlich mach sich das beim Schlafen bemerkbar, man wird unkonzentriert und ist übererregbar und oft zitterig.
Leider führen diese Mittel relativ schnell zur Gewöhnung, so dass sich die Hoffnung auf ein längerfristiges erleichtertes Abnehmen auch nicht erfüllt, dafür werden aber die Nebenwirkungen erheblich in den Körper eingreifen. Man empfindet Nebenwirkungen nicht mehr, aber die Stimmungsaufhellende Wirkung verführt auch noch zur weiteren Einnahme - und abnehmen möchte man ja schließlich immer noch. Also nimmt man sie wieder und wieder - ohne nennenswerten Erfolg aber mit allen Nebenwirkungen.
Was also tun? Besonders zu warnen ist vor allen immer wieder auftauchenden Wundermitteln, die von dubiosen Firmen oder von Einzelpersonen vertrieben werden: Erinnern Sie sich bitte - immer wieder haben wir von schwersten Nebenwirkungen gehört. In Einzelfällen führte die Einnahme zu lebenslangen Organschäden und gelegentlich zum Tod. Bitte versuchen Sie kein neues Mittel - ES GIBT KEINE WUNDERMITTEL. Wenn es jemals ein Medikament mit neuartigen Bahnbrechenden Wirkungen geben sollte - seien Sie sicher - es wird nicht in einem Hinterzimmer zufällig erfunden werden.
Wenn Sie glauben abnehmen zu müssen, versuchen Sie keine Radikalkuren und hungern Sie nicht. Sie sollen sich ja nicht das Essen abgewöhnen sondern so essen lernen, dass Sie nicht mehr Kalorien zu sich nehmen, als Sie auch verbrauchen können. Alle Betroffenen sagen sicher - alles was schmeckt, hat zu viele Kalorien. Was wenig Kalorien hat, schmeckt nicht besonders gut. Das stimmt nur zum Teil. Mit den Jahren hat man sich bestimmte Geschmacksvorlieben zugelegt, die sich nur langsam wieder verändern lassen. Aber - sie lassen sich wirklich verändern. Und das Kochen etwas anders zu machen, als gewohnt - das sollte ja nicht so schwer sein. Einseitige Ernährung ist unbedingt zu vermeiden - also keine Ananas-Diät, keine Eier-Diät, keine Atkins- Diät. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Brigitte-Diät der Zeitschrift Brigitte - Sie suchen selbst aus, was Sie heute essen. Und in jedem Rezept ist immer alles, was Sie brauchen, um genug Mineralstoffe und Vitamine zu bekommen. Nach kurzer Zeit brauchen Sie keine Waage und kein Zählen mehr. Noch ein Tipp: Kochen Sie mehrere Portionen auf einmal, teilen Sie sie und frieren Sie ein - sie haben immer ein gesundes und preiswertes Fertigessen zur Hand. Allerdings ist das Abnehmen von einigen Pfunden eine Geduldssache - sie werden am Ende feststellen, dass Sie etwa 1 Pfund pro Monat abgenommen haben. Ja, so lange müssen Sie rechnen. Vielleicht sollten Sie daher eine passende Selbsthilfegruppe besuchen, um mit Gleichgesinnten sprechen zu können. Dort versteht man Ihre Nöte und hat ganz sicher noch ein paar tolle Tipps auf Lager. Vielleicht sollten Sie mal alle zusammen einmal jede Woche zum Schwimmen fahren? |
© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)
Stand: 25. Oktober 2008