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Abführmittel

 Laxantien

Wenn man operiert werden soll, 

wenn zum Beispiel bestimmte Schmerzmittel oder andere Medikamente eingenommen werden, die Verstopfung verursachen,

wenn man eine körperliche Erkrankung hat, bei der die Verdauung nicht mehr funktioniert,

wenn man wegen eines Herzinfarktes, wegen eines Schlaganfalles oder wegen eingerissenem After nicht pressen darf

 

sind Abführmittel eine gute und hilfreiche Sache. 

Sonst nicht. 

Dass man davon abhängig werden kann, wissen die meisten Menschen.

Trotzdem werden etwa 35 Millionen Packungen im Jahr davon verkauft.

Es gibt chemische und pflanzliche Mittel.

 

Abführmittel funktionieren zumeist, in dem sie Wasser aus der Umgebung in den Darm holen und dort binden. Dadurch quillt der Inhalt des Darmes auf und die Menge wird dadurch etwas größer - der Druck auf die Darmwände nimmt dadurch zu. Bestimmte "Fühler" im Darm registrieren, dass der Darm voll ist und geben den Muskeln Anweisung zum Weitertransport.

Besonders die pflanzlichen Abführmittel funktionieren anders: sie reizen die Muskeln in der Darmwand - er wehrt sich durch teilweise heftige Muskeltätigkeit - meistens verursacht das Bauchschmerzen, aber die Verdauung kommt dadurch schneller in Gang. Aber es wird auch vermehrt Wasser in den Darm abgegeben, sozusagen als Abwehr und zur Verdünnung des reizenden Stoffes.

 

Dadurch, dass der Darminhalt vorzeitig abgegeben wird, können wichtige Mineralstoffe und Nährstoffe nur zum Teil gewonnen werden - dadurch wird vielfach angenommen, mit Abführmitteln könne man abnehmen. Im Anfang kann das einen leichten Effekt haben. Da durch die "Wasserverdünnung" auch noch zusätzlich die wichtigsten Salze wie bei Durchfall mit ausgeschieden werden, entstehen bald Mangelerscheinungen und Stoffwechselstörungen. Wenn der Dauergebrauch weiter geht, wird der Mensch schwach, schlapp und müde. Die Nieren werden krank und oft finden Herzrhythmusstörungen ihre Ursache in dem Gebrauch von Abführmitteln - sofern der behandelnde Arzt dahinter kommt.

 

Leider gewöhnt sich der Darm rasch an die chemische "Hilfe" - warum sollte er sich selbst darum kümmern - er wartet bis er wieder chemisch einen Schub zur Arbeitsaufforderung bekommt. Darmträgheit ist die Folge und am Ende steht die chronische Verstopfung. Die Nebenwirkungen sind erheblich. Wissen Sie, wie viele Menschen, meist  in fortgeschrittenem Alter, selbst mit Fingern und anderen Hilfsmitteln für die Entleerung ihres Darmes sorgen müssen, weil der Darm einfach in wahrsten Sinne des Wortes nur noch "herumhängt"? 

 

Abgesehen davon ist bis heute umstritten, ob wegen der "reizenden" Wirkung bestimmte pflanzliche Mittel wie

Sennesblätter und -früchte,

Faulbaumrinde,

Casararinde,

Rhabarberwurzel,

Aloe,

und auch Kreuzdornbeeren möglicherweise krebsauslösend sein könnten.

Aloe-Extrakt kann zu Fehlgeburten führen, ebenso wie Rizinusöl.

Georg Schwach hat uns spezielle Informationen zum Rizinusöl geschickt

Auf keinen Fall sind pflanzliche Mittel immer "schonend"! Die Nebenwirkungen der pflanzlichen Abführmittel sind zum Teil erheblich.

 

Was tun?

Abführmittel können kurzfristig bei akuten Verdauungsstörungen helfen. 

Aber über mehrere Wochen führt der Gebrauch sehr schnell in einen Teufelskreis. 

Also sollte zunächst einmal festgestellt werden: wann liegt eine Verstopfung vor? Die meisten Abführmittelbenutzer haben die Vorstellung, täglich Stuhlgang haben zu müssen. Reden Sie mit Ihrem Arzt darüber - zwischen "dreimal am Tag" und "nach drei Tagen wieder" ist alles noch in der Norm.

 

Den Effekt, den Inhalt des Darmes aufquellen zu lassen, kann man mit kleinen Mengen an Weizenkleie (und viel dazu trinken) oder Flohsamen (und viel dazu trinken) oder ungebrochenen Leinsamen (und viel dazu trinken) erreichen. Das gequollene Material (das klappt aber nur mit ausreichender Flüssigkeit dabei) massiert leicht den Darm und die Rezeptoren registrieren wieder einmal "Darm ist voll" und befördern den Inhalt weiter.

Feigen oder Trockenpflaumen helfen hier ebenfalls.

 

Dazu ein wenig mehr Bewegung - in einem bewegten Bauch kann man nur schwer untätig herumliegen - und wenn es nur täglich ein Spaziergang mit forschem Schritt ist, wirkt oft Wunder. Wenn das nicht immer funktioniert, kann man gelegentlich ein Lactulose- Präparat nehmen (fragen Sie in der Apotheke), gelegentlich mal ein Glyzerin-Zäpfchen nehmen oder sogar ein fertiges Mini-Klistier benutzen.

 

Häufige große Einläufe sind ebenfalls nicht angesagt: die Darmflora wird auf die Dauer durcheinander gebracht - und dann funktioniert ja wieder nichts mehr richtig.

Wenn Sie evtl. sowieso Entspannungstechniken lernen, werden sie feststellen, dass sie sich auch hilfreich auf den Darm auswirken. Bei Fußreflexzonenmassage können sie unter Umständen sofort "hören" und auch spüren, wie sich auch ihr Darm mit Ihnen zusammen entspannt - allerdings sollte sie richtig ausgeführt werden und mindestens eine halbe Stunde dauern.

Es besteht sogar die Möglichkeit, dass ein untätiger Darm auf eine psychische Anspannung zurück zu führen ist. Stehen Sie denn unter Anspannung?

 

In jedem Fall sollten Sie unbedingt versuchen, durch richtige Ernährung und Bewegung in frischer Luft das (zumeist bei Frauen) vorhandene Problem in den Griff zu bekommen. Ihre überreizte Darmwand könnte Geschwüre bilden, und was daraus werden kann, wissen Sie. Und - Denken Sie daran - es muss scheußlich sein, wenn der Darm ganz aufhört zu arbeiten, und Sie dann selbst für die Leerung sorgen müssen...

© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)

Stand: 25. Oktober 2008