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Stell
Dir vor:
Wenn
er/sie Zahnschmerzen hätte, ihr wärt auf einer einsamen Insel, kein Zahnarzt
weit und breit, Backe dick, alles vereitert, Fieber, Blutvergiftung –
dann müsste der Zahn raus, damit der Eiter ablaufen kann und er/sie nicht
dran stirbt.
Und ich bin sicher, es wäre schlimm für Euch, aber ihr würdet
ihn festbinden, damit er sich nicht wehren kann und diesen verdammten Zahn
ziehen, mit der Wasserpumpenzange, wenn sonst nichts da wäre. Schmerzen,
Blut, Geschrei und Aufregung, aber – gerettet.
Man kann doch
in einer Situation, die für einen Kranken schmerzhaft aber
lebensnotwendig ist, nicht
sagen: "ich kann ihm nicht weh tun" und ihm dann beim Sterben die Hand halten.
Man muss doch was machen! Man muss das tun, was am wahrscheinlichsten
hilft.
So
ist das hier auch.
Was
getan werden muss, muss eben getan werden, wenn jemand gesund werden soll.
Auch
wenn es nicht einfach ist.
Es
gibt so viele Möglichkeiten, den Papa oder die Mama aufzurütteln, in dem
man nichts tut.
Denn
das ist, was er/sie bemerkt.
Als
Beispiel: Wenn
ihm jeden Tag einer beim Ausziehen hilft, tut es nicht mehr. Dann wird es ihm spätestens am nächsten
Morgen auffallen, wenn er noch angezogen ist. Vielleicht ist er auch noch
dreckig, weil er hingefallen ist – das wird ihn wundern.
Das
fällt ihm auf.
Man
soll es auch nicht erklären, warum man das getan hat, oder eben etwas
NICHT getan hat.
Wenn
er nüchtern ist, und nur dann, kann man auf die Frage, wenn sie denn
kommt, vielleicht sagen – <<Das stimmt, aber wir sind alle nicht
mehr bereit, für Deine Trinkerei mitzuarbeiten.
Wir
glauben, Du bist krank, alkoholkrank. Dafür kann man nicht.
So
etwas kann passieren, das wissen wir.
Das kann jedem passieren, vielleicht
auch mir später mal.
Auch, oder gerade WEIL Du meinst, es wäre nichts
so, machst Du diesen Eindruck auf uns.
Es
wird immer mehr und immer öfter, dass Du betrunken heimkommst.
Man
kann krank werden, dagegen kann man nichts machen.
Auch alkoholkrank kann
man einfach so werden.
Aber
etwas daran ändern muss man selbst.
Wir
hoffen, Du willst es ändern, auch wenn es schwer wird.
Das
macht uns große Sorgen.
Wir
haben Angst um Dich und würden Dir gern dabei helfen.
Das
geht aber nicht, denn aufhören zu trinken musst Du selbst.
Das
können wir nicht für Dich tun.
Wenn
Du vielleicht noch einmal versuchen willst, damit aufzuhören, und dann
feststellst, dass es nicht klappt, dann bitten wir Dich, zu einem Arzt zu
gehen und darüber mit ihm zu sprechen.
Wenn
Du ehrlich zu ihm bist, wird er Dir sagen, wie es aussieht.
Wir
müssen unsere Familie zusammenhalten.
Dein
Trinken macht die Familie kaputt. Es macht jeden von uns kaputt.
Das
wollen wir nicht.
Wir
lassen Dich weiter trinken, wenn es Dein Wille ist, weiter trinken zu können.
Aber
wir werden alle unserer eigenen Wege gehen und Du musst für alles, was
schief läuft durch Dein Trinken selbst die Verantwortung übernehmen.
Sieh
selbst zu, dass Du nicht verschläfst.
Wenn
Du nicht arbeiten kannst, ruf selbst an.
Wir
können Dir nicht weiter helfen.
Wir
müssen für uns selbst sorgen, denn wir wollen später nicht auch krank
werden.
Es liegt in Deiner Hand, was aus uns und aus Dir werden wird.
Wir
hoffen, dass Du jetzt etwas unternehmen wirst.>>
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