Navigation fehlt links? Index nachladen
Hallo, ich bin Julia ... 2.Teil
|
Da war er nun, der Krach. Mir war ganz schlecht vor Angst. Ich weiß gar nicht mehr, was sie alles gesagt hat. Sie war einfach total ausgeflippt. Ich dachte nur “Scheiße, jetzt ist alles vorbei! Ich
hatte so eine Angst, weil ich nicht wusste was passieren würde. Was
würde mein Vater sagen?
Aber
warum tat er denn nichts Richtiges, um meine Mutter vom Trinken
abzuhalten? Würde
mein Vater vor lauter Wut auf mich seine guten Vorsätze vergessen und mich
grün und blau schlagen? Ich war verzweifelt. Nachdem
sich meine Mutter etwas abgeregt hatte, schickte sie mich zu einer
Bekannten, zu der ich oft gegangen war. Sie war in dieser Zeit meine
engste Vertraute, meine „Wunschmama“. Mit ihr konnte ich über alles
reden. Wir überlegten sogar, ob ich nicht zu ihr ziehen könnte. Bei Ihr
redete und weinte ich meine ganze Angst aus mir raus, ich glaube, dass,
als ich ging, ich meine eigene Kraft und die von meiner Bekannten in mir
spürte. Ich
hatte keine Angst mehr. Es war schon richtig, was ich gemacht habe, und
ich hatte ja das Jugendamt hinter mir. Als ich nach Hause kam, tobte meine Mutter immer noch aus den letzten Löchern oder wie das heißt. Mein Vater war inzwischen auch da. Ich hatte jetzt aber doch Angst, ihn anzusehen. |
|
Er
sah traurig aus, aber auch verständnisvoll. Ich fing an zu heulen wie ein Schlosshund, meine ganze Kraft verließ mich und versuchte mich zu rechtfertigen. Als ich vor lauter Schluchzen nicht mehr reden konnte, sah Papa mich an und sagte: "Ist doch gut! Ich verstehe Dich! Ich verstehe warum du das gemacht hast." Konnte ich das glauben, oder war es nur die Ruhe vor dem Sturm?
Ich weiß nicht mehr genau was dann nach alles gesprochen wurde, aber irgendwann schickte mich mein Vater in mein Zimmer mit der Begründung, dass die Mama sich abregen könnte. Aber ich konnte der Ruhe immer noch nicht trauen, ich wollte auch wissen, was alle dachten, und setzte mich mit dem Ohr an der Wand auf mein Bett und versuchte zu hören was sie sagten. |
|
Meine
Mama und mein Papa haben an dem Abend noch viel geweint und viel geredet,
und je länger es dauerte bis ich wieder runter zum Essen gerufen wurde, um so mehr bereute ich alles. Als
dann das Jugendamt kam, wurde vorher alles geputzt und aufgeräumt, so wie
es normalerweise nur an Weihnachten. Ostern oder Geburtstagen gemacht
wurde. Als dann die zwei Frauen vom Jugendamt da waren, waren alle total nervös und angespannt. ja ich glaube so kann man es beschreiben. Nach langem hin und her Gelaber wurde dann beschlossen, dass wir eine Familienhelferin bekommen würden. Das heißt, diese Frau kam einmal die Woche um mit uns zu sprechen, entweder mit allen zusammen oder einzeln. In dieser Zelt gab Mama so oft zu dass sie Alkoholikerin ist, das jeder immer dachte: Gott sei Dank, endlich wird |
|
Doch Scheiße war´s. Nix hat sich geändert. Papa
ist auch mit mir zusammen zur Suchtberatung gegangen und Mama hat es zum
Vorwand genommen um für die Nacht abhauen zu können.
"Weg, geht dich nix an“ „Aber, Mama ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht, wieso trinkst Du immer und haust dann die ganze Nacht ab? Du machst mir damit Angst!“ „Ach Julia, ich kann nicht anders, ich habe so viele Probleme, die ich im Moment nicht lösen kann. Aber bald höre ich damit auf, bald mache ich eine Therapie, Wirklich! Ich will nämlich nicht das du Angst hast!!“ |
© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der A
lltagswelt e.V. (B. H.)Stand: 25. Oktober 2008