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BILANZ - man muss nicht immer alles verbissen sehen

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Ich stehe oft schon auf der Schwelle

doch was mach’ ich dann anstelle?

Nach Frankfurt zurück in die verwüstete Bude?

Neu beginnen, von mir aus in Buxtehude?

Auf die Strasse wieder, totgesoffen?

Das macht mich schließlich doch betroffen,

die ganze Mühe die ich hatt’,

mach’ ich dann auf einmal platt,

ich hatte doch was mich betrifft,

nicht gesoffen,“ nur“ gekifft!

Das war’s denn doch nicht, denk ich mir,

schweren Herzens bleib’ ich hier,

ich hätt’ ihn auch nicht mehr gekonnt,

den Kampf an der Promillefront,

ich fang an wieder aufzuräumen,

das was übrig ist von meinen Träumen

und stelle mich der Wirklichkeit

gottverdammt der Weg ist weit,

doch spucke ich in meine Hände –

und siehe da, das ist die Wende!!!    

 

Aufzuräumen gibt es viel,

der ganze Weg, der ist das Ziel,

ich ziehe erst einmal Bilanz

ich brauch ein bisschen mehr Distanz,

was hab ich noch, was ist verloren,

ich bin letztendlich neu geboren,

das Schicksal gibt mir noch `ne Chance,

da muss ich finden die Balance,

was war gut, und was war schlecht,

was mach gut, was mach ich recht,

das sind so viele, viele Fragen,

schon will ich wieder mal verzagen,

’ne gute Antwort die steht aus,

ich sitze fest im Irrenhaus.

Fest steht nur eins, ich muss beginnen,

der Kampf ist doch noch zu gewinnen

nun denn mal los!!  

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Durch das ganze Angebot

krieg ich Stück für Stück ins Lot,

ich bin zwar lange nicht zufrieden,

dennoch ist mir Erfolg beschieden.

Ich nehme Kleinigkeiten wahr

und zeig es nicht, das ist doch klar,

ich gelte hier als Miesepeter,

so hab’ ich Ruh’ das weiß doch jeder.

Ich sage, Führerschein ist wichtig,

der Doktor sagt: das ist nicht richtig,

die Arbeit ist’s und auch nur die!

Kapierst Du Depp denn einfach nie,

vergiss die Freude und die Frauen,

das tut das Leben Dir versauen,

Dir bleibt nur eine Konsequenz,

das ist und bleibt die Abstinenz.

Auto- und Motorradfahren,

kannst Du vielleicht in ein paar Jahren,

wenn überhaupt, deine Träume schmink dir ab,

Du musst schuften bis ins Grab,

der soziale Tropf ist eingerostet,

Du hast uns schon genug gekostet

mit Deinem Hintertürenleben

nun musst Du auch einmal was geben.

Was Du brauchst ist Motivation!

Was Du willst, wen juckt das schon?!

Unser System das kostet schon genug,

komm in die Hufe, ab vor den Pflug.

Ich habe meine Arbeitsstelle,

ich hab gut reden, sitz’ an der Quelle,

ich sülze rum, blas Dir den Marsch –

ich sitze fest auf meinem Arsch,

denn so Idioten wie Dich gibt es zuhauf,

das ist nun mal des Lebens Lauf.

Von Tag zu Tag da werden’s mehr,

mein Säckel das wird niemals leer.

Mit solcherart und and’re Sprüche

geht jeder Frohsinn in die Brüche.

So macht man dort im Westerwald

gar jeden Enthusiasmus kalt.

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Doch denk’ ich mir, das muss nicht sein,

groß ist der Frankfurter Verein,

da muss es doch was andres geben,

so ’nen Platz zum überleben,

bis wiederhab’ ich meinen Lappen,

- nur nicht bis dahin überschnappen -

die Zeit totschlagen und das mit Sinn,

schaun mer mal, das haut schon hin.  

 

Ein Mitpatient dreht seine Runden.

Ich sitz’ am Telefon, mach’ Arbeitsstunden,

fürs Gericht wegen der Schulden,

da brauch ich noch so manchen Gulden,

Er hat nen Flyer in der Hand,

den zieh ich mir sofort an Land,

da steht „Computerladen“, „Internet“,

mit Schulung und Praxis, das klingt doch nett.

Das Ganze als Reha beim Verein,

ich sprech’ da vor und habe Schwein,

ich glaub’s fast nicht, die stell’n mich ein,

ein bisschen Geld gibt’s auch dafür, ’

ne runde Sache, das lob’ ich mir.

Die nahe Zukunft ist erst mal gesichert

doch halt, nur nicht zu früh gekichert,

ein Zuckerschlecken wird das nicht,

an Tunnels Ende noch kein Licht.  

© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)

Stand: 25. Oktober 2008