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Genau so
habe ich mich in meiner Jugend gefühlt – wie dieser Panther.
Ich kam mir gefangen vor,
ich wusste das ich nicht schlecht aussehe – fühlte mich aber selber
hässlich. Ich wusste das ich bestimmt eine sehr liebe Art habe und
ein großes Herz – ich fühlte mich aber unerkannt. Ich dachte immer
ich bin ein besonderer Mensch – es interessierten sich aber nicht
die Menschen für mich die ich ausgeguckt hatte. Ich wusste das ich
schlau bin – fühlte mich aber dumm.
Ich verliebte mich – hatte
aber das Gefühl das meine Liebe nicht erwidert wird.
Ich steckte all meine
Energie darein – so zu sein – wie ich dachte das ich sein müsste –
damit ich all das bekomme um mich so zu fühlen was ich von mir
selber wusste. Ich traf keine eigenen Entscheidungen – ich ließ
entscheiden – und verkaufte es als meine.
Das ist
Co-Abhängigkeit. Sich selbst von anderen abhängig zu machen.

Und das tat ich – mein
ganzes Leben lang. Weil ich mir selbst nicht vertraute – wie auch?
Ich bekam ja nie die Bestätigung meiner Gedanken durch meine
Gefühle.
Es gab drei Seelen in mir –
die die wusste wer ich bin – aber es nicht zeigen konnte. Die zweite
die sich immer missverstanden und dadurch verletzt fühlte. Und die
dritte die versuchte etwas zu sein – was sie nicht war – nur um zu
gefallen.
Zuerst versuchte ich meinem
Vater zu gefallen – er erzählte mir immer das ich etwas Besonderes
sei. Er gab mir auch praktische Hilfen - wie z.B. Wenn man Dich von
hinten laufen sieht – siehst Du aus wie eine berühmte
Mittelstreckenläuferin – Du solltest Leichtathletik machen. So wurde
ich in einen Verein gesteckt. Ich selbst hatte hohe Ansprüche an
mich – aber praktisch setzte ich sie nicht so um wie sie in meinem
Kopf vorherrschten. Also ließ ich es sein.
Mir gefiel der Klang des
Saxophons – also lernte ich Saxophon spielen – ich habe aber ein
Problem damit Noten flüssig ohne Hilfe zu lesen – also schrieb ich
sie mir immer darunter. Auch beim Üben klang ich nicht so – wie ich
es mir vorstellte. Also ließ ich es sein.
Ich ließ
so vieles sein – und hatte das Gefühl der Unvollkommenheit in mir.
Ich verlor die Lust.

Dann kam die Zeit der ersten
Liebe.
Hmm – da war es anders. Ich
versuchte so zu sein – wie ich dachte das ein Mann eine Frau haben
möchte: Unkompliziert, nett, etwas ausgefallen und gut im Bett.
Diesmal aber war es so das die jungen Männer mich sein ließen - weil
ich nicht so war wie sie es sich vorstellten.
Oder hatte
ich zu sehr versucht die Frau meiner Vorstellung zu sein – das sie
nicht mehr die Frau vorfanden in die sie sich mal verliebt hatten?
Wahrscheinlich
Ich fand eine gute
Ausbildung – verdiente gutes Geld und reiste viel. Alles Dinge – die
wie ich dachte – ich brauche um glücklich zu sein. Aber ich war es
nicht.
Alles was ich wollte war
einen Mann zu finden der mich so liebt wie ich ihn.
Ich lernte ihn kennen – erst
später erkannte ich das er Alkoholiker war. Was ich immer an ihm
bewunderte war, dass er seine Schwäche offen vor sich hin trug – wie
Windpocken im Gesicht – die kann man behandeln, da kann man helfen.
Er hatte den Mut – etwas zu
tun zu dem ich nie im Stande war. Ich versuchte immer meine
Schwächen zu verbergen – er trug sie offen vor sich her. Ich fand
das sehr mutig. Während der vielen Gespräche mit Ärzten und
Pädagogen und Therapeuten wurde oft gesagt ich wäre die Starke von
uns Beiden – ich sah und empfand
das nicht so. Was hätte ich für
seine offenkundige Schwäche gegeben, man hätte mir helfen können.
Natürlich fragte ich eine
Menge Leute um Rat – den sie mir auch gaben – aber ich wusste ja das
meine Vorstellung meistens beim Versuch der praktischen Umsetzung
fehlschlugen. Also ließ ich es sein.
Stattdessen versuchte ich
ihm zu helfen. Ich habe oft gesagt das ich kein Mensch mit Geduld
und Ausdauer bin und es mich wundert, warum ich sie bei ihm habe.
Heute weiß
ich es – ich habe die Geduld für mich aufgebracht – aber ihn als
Katalysator benötigt um nach Jahren zu erkennen um was es wirklich
ging. Um mich und nicht um ihn – um meine Rettung und nicht seine.

Aber so habe ich das
natürlich lange Zeit nicht empfunden – oder gesehen – und wenn es
mir jemand gesagt hätte – ich hätte ihn für einen „Freud-Fan“
angesehen.
Heute – stehe ich am
„Anfang“ von „meinem Leben“. Und es ist gar nicht so einfach – ich
muss erst einmal laufen und sprechen lernen. Kleine Schritte in mein
Leben. Mich selbst so anzunehmen wie ich bin – nicht nur vom
Verstand her sondern auch vom Gefühl.
Nach mir zu schauen – und
nicht nach anderen. Mir gutes zu tun – und nicht andere zu
beschenken.
Frei zu sein – und nicht gefangen. Meinen Partner als
Partner anzusehen – und nicht jemanden, dem ich gefallen muss.
Mir geht es heute gut – ich
habe zwar ein paar Geldsorgen – aber keine Seelenpein mehr – also
geht es mir gut.
Ich lebe mein Leben und es
macht einen tierischen Spaß.
Nur zu empfehlen!!!
Was mir
damals als Unmöglich vorkam ist ganz einfach zu erreichen – viel
einfacher als ich es mir immer vorgestellt hatte.

Mein Problem kam mir vor wie
der Mount Everest – ich habe ihn bezwungen mit einem Schritt – dem
ersten in die richtige Richtung. Der zweite war dann schon viel
leichter – und die anderen benötigen keine Kraftanstrengung mehr –
man läuft automatisch weiter. Ich bin bisher auch ein paar Mal
gestolpert (meine Rückfälle in alte Gewohnheiten) aber wie sage ich
immer „Ein Schritt zurück – Zwei voraus!“
Ich sehe heute zurück auf
meinen Weg und bin stolz auf mich – weil ich die Veränderungen nicht
nur sehe sondern auch spüre. Und das ist ein tolles Gefühl.
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