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Verlauf der Alkoholkrankheit und Genesung

bei Abhängigen

und Mitbetroffenen

 

Rechte und Bezugsquellen

 

Blaukreuz-Verlag Wuppertal

Blaukreuz-Verlag  Bern, Schweiz

Neuland-Verlagsgesellschaft mbh, Hamburg  

Mit diesem Schaubild wird eine komplizierte Entwicklung in stark vereinfachter Form dargestellt. Die einzelnen Schritte müssen nicht zwangsläufig in der beschriebenen Reihenfolge ablaufen. Ein Ausstieg ist an jedem Punkt möglich, Rückschritte beim Genesungsprozess kommen vor, führen jedoch nicht zwangsläufig auf den Nullpunkt zurück.

Das Schaubild soll vor allem deutlich machen, dass eine Abhängigkeit nicht auf den Einzelnen beschränkt bleibt, sondern dass die Beziehungen zueinander davon betroffen sind. Verhaltensweisen können sich gegenseitig verstärken und ergänzen. Das Schaubild soll das Miteinander, Nebeneinander und Gegeneinander des Abhängigen und des Mitbetroffenen deutlich machen. Unter "Mitbetroffene" sind Eltern, Ehepartner, Kinder, Freunde, Kollegen, und Vorgesetzte - also das gesamte soziale Umfeld - zu verstehen.

Durch das Schaubild wird auch deutlich, dass der Angehörige erst dann hilfreich wirken kann, wenn er sich nicht mehr nach außen krampfhaft um Harmonie und Ausgleich bemüht, sondern als selbstständige Person handelt. Erst bei Eintritt in die Alkoholabstinenz und dem Ausstieg aus der "Co- Alkoholiker"- Rolle des Mitbetroffenen ist eine beiderseitige positive Entwicklung zu selbstständigen Persönlichkeiten möglich. Diese Entwicklung verläuft beim Abhängigen und beim Angehörigen verschiedenartig.

Die dargestellte Entwicklung zeigt als positive Lösung eine neue gemeinsame Lebensform als Ziel der Entwöhnungs- und Familienbehandlung. Andere Wege uns Lösungen sind denkbar und möglich.

Bei Abhängigkeiten von anderen Suchtmitteln kann der Verlauf ähnlich sein.

Entwicklungsphase

verläuft fließend

       Betroffener

    abwärts

              Angehörige/r    

Gelegentliches, aber zunehmendes Erleichterungstrinken

 

 

Erste Ahnung, dass der Partner anders trinkt

 

Regelmäßiges Trinken und Steigerung der Trinkmenge

 

 

Problematischer Umgang mit Alkohol ist hin und wieder Gesprächsthema

Vorsätze, mit dem Trinken aufzuhören oder es noch besser zu kontrollieren,

werden häufiger gebrochen

 

 

Ermahnungen, sich doch bitte zusammenzunehmen, werden vom Partner als Nörgelei und Kritiksucht abgetan

Schamgefühle, weil man versagt hat, Schuld dafür wird bei anderen gesucht

 

 

Übernahme von Verantwortung bei alkoholbedingten Schwierigkeiten

Leugnen von exzessivem Trinken

 

 

 

Entschuldigungen und Ausreden für den Partner

Erste  Erinnerungslücken

 

   

 

Gespräche über Alkohol werden durch Kritik und Missachtung zunehmend vergiftet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Häufiger Kontrollverlust

 

 

 

Zweifel an der eigenen Beobachtungsgabe, Unsicherheit in der Beurteilung des Partners

Häufiger Stimmungswandel

 

 

 

Gefühl der Angst und Spannung von unerwarteten Ereignissen steigt

Unberechenbare Großzügigkeit

 

 

 

Zeitweise Hoffnung, dass bald wieder alles so sein wird, wie früher

Vermeiden von Gesprächen über Alkohol

 

 

 

Tiefe Mutlosigkeit und Ohnmachtsgefühle bei Rückfällen

 

Finden von Entschuldigungen für Versagen

 

 

 

Körperliche und psychische beschwerden nehmen zu, manchmal verbunden mit Missbrauch von Beruhigungs- und Schlafmitteln

Zunehmende Unzuverlässigkeit

 

Todeswünsche ("wenn er/sie doch nur mal gegen einen Baum fahren würde!")

Verlust von Interessen

 

 

Verstärkte Hilfeversuche

 

Gedanken kreisen häufiger um Alkohol

 

 

Tiefe Verzweiflung, Resignation

Allgemeine Vernachlässigung (z.B. Ernährung, Kleidung, Hygiene)

 

 

Drohungen - ohne Konsequenzen zu ziehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aggressives Verhalten gegen Partner/Kinder

 

 

Absagen aller sozialen Anlässe zunehmende familiäre Isolation

Suchen neuer Trinkpartner

 

 

 

Zuteilung von Alkoholrationen und Ausgießen voller Flaschen

Flucht vor Gesprächen über Alkohol

 

 

 

Serviles (unterwürfiges, kriecherisches) Verhalten am Arbeitsplatz

 

 

Angst vor Aggressionen

Geldsorgen, dennoch spontane überdimensionierte Geschenke für den Partner

oder die Kinder um Aggressionen vorzubeugen

 

   

Geldsorgen

Zunehmende Schwierigkeiten am Arbeitsplatz

 

 

 

Erkennen, dass man die Probleme des Partners nicht lösen kann

Führerscheinverlust

 

 

 

Zunehmende Wesensveränderung

 

 

 

Erste Versuche, wieder eine selbstständig handelnde Person zu werden

Die Alkohol-Alibis und Erklärungssysteme brechen zusammen

 

 

Die Machtlosigkeit gegenüber dem Alkohol wird geahnt und schließlich zugegeben

 

 

Aufsuchen und Annehmen von Hilfsangeboten

Die vollständige Niederlage wird zugegeben

 

 

 

ZUSAMMENBRUCH

 

© Alle Rechte vorbehalten für A.i.d.A, Arbeitskreis Alkohol in der Alltagswelt e.V. (B. H.)

Stand: 25. Oktober 2008